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CHEMNITZ (Ursula Wirth). Am 5. März jährt sich die Bombardierung von Chemnitz zum 65. Mal. Das Leid und die Zerstörung von damals sind der Stadt heute glücklicherweise nicht mehr anzusehen. Unrecht, Not, Gewalt und Krieg sind aber noch nicht aus der Welt verschwunden. Mit dem Ziel, Chemnitz zu einer Stadt zu machen, von der Impulse für den Frieden ausgehen,
wurde 2002 der 1. Chemnitzer Friedenstag begangen und 2004 erstmals der Friedenspreis an Chemnitzer Bürger übergeben, die sich für ein friedliches Miteinander, für Toleranz, Demokratie und gegen Rassismus einsetzen. Auch in diesem Jahr ist der 5. März geprägt vom Gedenken an die Opfer der Bombardierung der Stadt und dem Wunsch nach Frieden in der Gegenwart.
Bereits am Donnerstag wird in der Jakobikirche am Markt die Ausstellung „Frieden auf der ganzen Linie“ mit Friedensbildern von Kindern eröffnet. Am Abend (Beginn 19.30 Uhr) liest Oberstleutnant Jürgen Rose aus seinem Buch „Ernstfall Angriffskrieg. Frieden schaffen mit aller Gewalt?“ mit anschließender Diskussion im Weltecho, Annaberger Straße. Jürgen Rose ist im Vorstand des „Darmstädter Signals“, eines kritischen Sprachrohrs der Bundeswehr. Der Chemnitzer Friedenstag am 5. März startet um 10.00 Uhr mit dem Friedenstreff am Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung der Stadt Chemnitz vor der alten Post.
12.30 Uhr wird das Friedenskreuz auf dem Neumarkt in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig eröffnet. Bis 21.30 Uhr bitten der Bürgerverein FUER CHEMNITZ und die Arbeitsgruppe Chemnitzer Friedenstag um ihre Friedenswünsche. Bereits 16.00 Uhr findet in der Volksbank die Verleihung des Friedenspreises 2010 durch den Bürgerverein FUER CHEMNITZ statt.Der Friedensgottesdienst 20.00 Uhr in der Jakobikirche leitet über zum feierlichen Abschluss des Chemnitzer Friedenstages, dem gemeinsamen Gedenken mit Kerzen während des Gedenkgeläuts um 21.00 Uhr. Dies wird in diesem Jahr wiederum am Mahnmal für die Bombenopfer vor der Alten Post stattfinden.
Wenn das Wetter es erlaubt, werden Bilder von Krieg und Zerstörung – von 1945 bis heute – auf die Scheibe projiziert. Das Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz ruft am Chemnitzer Friedenstag ab 16.00 Uhr zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Kein Platz für Nazis“ auf dem Theaterplatz auf. Ziel ist, eine Vereinnahmung des 5. März durch Nazis zu verhindern. Die Veranstaltung soll ein ausdrückliches Bekenntnis zu einem demokratischen und friedlichen, zu einem toleranten und weltoffenen Chemnitz sein. Sabine Kühnrich von der AG Chemnitzer Friedenstag betont: „Es geht um unsere Stadt. Setzen wir uns gemeinsam und ohne Gewalt dafür ein, dass Nazis in unserer Stadt keinen Platz finden.“
Die Liste der Unterstützer des Aufrufes wächst täglich. Bei Redaktionsschluss hatten mehr als 50 Chemnitzer, darunter zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, unterzeichnet. Die Unterstützerliste ist für alle Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Vereine und Verbände offen. Wer aufgenommen werden möchte, meldet sich per E-Mail an koordinierungsstelleLAP@stadt-chemnitz.de
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