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CHEMNITZ (Ursula Wirth). In diesen Tagen geben sich Hersteller und Forscher von Textilien und Verbundstoffen in Fahrzeugen aller Art ein Stelldichein in der Messe Chemnitz.
Bei der „mtex“ präsentieren rund 100 Aussteller vor allem aus Europa ihre Innovationen und Entwicklungen aus den Bereichen Interieur und Exterieur im Fahrzeugbau. Das international besetzte mtex-Symposium zeigt gleichzeitig, wohin die Reise beim Einsatz von Technischen Textilien und Verbundstoffen im Fahrzeugbau geht. Messe- Chef Michael Kynast rechnet mit 2.000 Besuchern aus mehr als 15 Ländern Europas, Nordamerikans und Asiens. „Die große internationale Resonanz auf diese Messe zeigt, dass die mtex richtig positioniert ist“, so der Messe-Chef im Vorfeld.
Der Markt für Textilien und Verbundstoffe in Fahrzeugen ist ein Wachstumsmarkt und die „mtex“ stärkt nicht nur den Standort, sondern trägt auch dazu bei die Unternehmen international bekannt zu machen. Andreas Berthel, Chef des hiesigen Sächsischen Textilforschungsinistituts, betont: „Derzeit werden im Fahrzeug 25 Kilogramm Textilien verbaut, angestrebt werden jedoch 35 bis 40 Kilogramm.“ Forschungsgebiete seien u.a. nichtbrennbare Textilien, Textilien mit besseren Dämmeigenschaften, Leuchttextilfasern und der Einsatz von Carbon- Fasern in der Massenproduktion. „Um die Forschung auf diesem Gebiet voran zu treiben, wird in diesem Jahr ein Carbon-Technikum aufgebaut“, nennt Berthel eine große Herausforderung für die Chemnitzer Textilforscher. Nach Erhebungen des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) entfallen 42 Prozent des Produktionsvolumens der ostdeutschen Branche auf Technische Textilien in den vielfältigsten Anwendungsgebieten.
Für Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des vti, zählt die Textilindustrie zu den drei innovativsten Branchen der neuen Bundesländer. „Technische und Mobiltextilien sind dabei ein wichtiges Standbein“, schätzt Höfer ein. Die bodenständige Branche sei geprägt von mittelständischen Hightech-Unternehmen, die mit innovativen Produkten weltweit gut im Geschäft sind. Dies ist nicht zuletzt auf die enge Kooperation mit leistungsfähigen ostdeutschen Textilforschungsinstituten, wie das in Chemnitz, zurückzuführen. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch in dem Bereich für erhebliche Einbußen gesorgt. Seit einem halben Jahr aberspüren die Unternehmen wieder einen leichten Aufwind. Die „mtex“ wird ihren verhaltenen Optimismus und ihre Weltmarktfähigkeit im Großen und Ganzen bestätigen.
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