Chemnitz Auf Spuren der gelben Muschel
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Bettina Mehl (l.), Karla Minkos und Siegfried Bayer unter dem Schutz des Heiligen Jakobus am Rathaus. Die drei Chemnitzer sind schon den Jakobsweg nach Santiago de Compostella gegangen und gehören zu den Chemnitzer Jakobspilgern. Foto: uwCHEMNITZ (Ursula Wirth). „Wir wissen nicht genau, wie viele Chemnitzer schon den Jakobsweg nach Santiago de Compostella gegangen sind,“ erklärt Siegfried Bayer.

„Aber einige der neuzeitlichen Wallfahrer haben sich zu den Chemnitzer Jakobspilgern zusammengeschlossen.“ Sie treffen sich seit 2007 regelmäßig und tauschen Erfahrungen aus. Handwerksmeisterin Karla Minkos möchte das Erlebnis Pilgern nicht mehr missen: „Für mich ist es eine spirituelle Erfahrung.“


Bettina Mehl ergänzt: „Mich treibt die Sehnsucht in der schnelllebigen Zeit die Langsamkeit wieder zu entdecken.“ Viele Pilger machen sich nicht aus Glaubensgründen auf den Weg, sondern wenn ein Lebensabschnitt endet oder neu beginnt. „Man entdeckt Sachen, für die man sonst kein Auge hat“, berichtet Siegfried Bayer aus eigener Erfahrung. Die Chemnitzer Jakobspilger haben schon früh die Idee geboren, den Pilgerweg, der im Mittelalter durch Chemnitz führte, wiederzubeleben.


Zum Jakobsfest am 24. Juli wird die Etappe Oederan-Chemnitz des sächsischen Jakobswegs durch die Pilger erstmals begangen. Die 28 Kilometer lange Strecke ist eines der wenigen Teilstücke auf dem 430 Kilometer langen Weg von Görlitz bis Hof, die schon komplett mit der stilisierten gelben Muschel auf blauem Grund beschildert sind. Die Chemnitzer haben die Verantwortung für das Teilstück Freiberg-Chemnitz übernommen.„Ehe es soweit war, haben wir uns auf Spurensuche begeben“, berichtet Siegfried Bayer, der selbst schon mehrmals in Spanien gepilgert ist.


Bereits im Mittelalter pilgerten Menschen auf der alten Frankenstraße durch Chemnitz und besuchten dabei die Jakobikirche. Die Stadt muss damals eine wichtige Pilgerstation gewesen sein, denn es gab zwei Pilgerhospitale. Der heilige Jakobus zierte lange Zeit das Stadtwappen, bis er vom Löwen verdrängt wurde. Die Chemnitzer Jakobspilger können sich gut vorstellen, dass künftige Wallfahrer in der entstehenden Jugendherberge Unterkunft finden. „Der Weg von Oederan nach Chemnitz führt teilweise auf historischen Pfaden, aber auch auf bekannten Wanderwegen“, so Bayer.


Zur Erstbegehung am 24. Juli sind in Oederan, Flöha, Euba und Chemnitz Kirchenführungen geplant. Mit seinem Vortrag „Pilger auf dem Jakobsweg in und um Chemnitz“ begibt sich Siegfried Bayer um 20 Uhr im Ev. Forum auf eine Spurensuche. Das Jakobsfest findet am 25. Juli in der St. Jakobikirche seine Fortsetzung. Geplant sind u.a. eine Präsentation des Vereins „Sächsischer Jakobsweg an der Frankenstraße e.V.“ und eine Führung mit Türmer Stefan Weber unter dem Motto „Chemnitz im Hochmittelalter“.


Wer am 24. Juli mitpilgern möchte: Treff ist 8.45 Uhr auf dem Hauptbahnhof. Nähere Infos zum Verein: www.saechsischer-jakobsweg.de

 
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