Chemnitz Duftendes Brot lecker vom Bäcker
Duftendes Brot lecker vom Bäcker Drucken E-Mail

Michael Isensse (links), Qualitätsprüfer beim Institut für Qualitätssicherung des deutschen Bäckerhandwerks, und Innungs-Obermeister Wolfang Meyer freuten sich über die gute Qualität der Erzeugnisse der Chemnitzer Bäcker.CHEMNITZ (Ursula Wirth) „Wer einmal schlechte Qualität verkaufte, wurde abgemahnt. Wer zweimal schlechte Ware lieferte, musste die gesamte Produktion kostenlos an die Armen verteilen. Der dritte Verstoß gegen

die Qualitätsvorschriften zog ein zweimonatiges Handwerksverbot nach sich“, weiß Bäckerinnungs-Obermeister Wolfgang Meyer über die Innungsanfangszeiten zu berichten. So streng sind die Sitten heute nicht mehr, aber Qualität ist natürlich nach wie vor gefragt. Die öffentliche Brot- und Brötchenprüfung ist deshalb eine feste Institution im Veranstaltungskalender der Chemnitzer Bäckerinnung.

Am Donnerstag stellten über 20 Innungsmitglieder ihre Brote und Brötchen im Kundencenter der Innungskrankenkasse dem Prüfer vor. Beurteilt wurden Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung und Porung, Farbe und Beschaffenheit der Krume, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschack eines jeden Brotes bzw. Brötchens. Die zu erreichende und begehrte Auszeichnung ist ein Diplom der Innung. In diesem Jahr begeht die Chemnitzer Bäckerinnung ihr 600-jähriges Bestehen. Wolfgang Meyer bedauert, dass es über die Gründung keine Urkunde gibt. „Aus dem Jahr 1910 habe ich eine Festschrift ‘1409 bis 1909 - 500 Jahre Bäckerinnung’ - darauf bauen wir auf“, so der Obermeister.

Zu allen Zeiten war der Zusammenschluss der Bäckermeister freiwillig. Die Innung sah und sieht es als ihre Aufgabe an, die Interessen ihrer Mitglieder in der Öffentlichkeit zu vertreten. Zu ihren Aufgaben gehört heute aber auch die Lossprechung der Lehrlinge. Zudem versucht die Innung,  Mitgliedern bei der Bewältigung von Problemen zu helfen. Während die hiesige Bäckerzunft im 16. Jahrhundert rund 20 Mitglieder zählte, sind heute 40 Bäcker in der Innung vertreten. Das ist wenig im Vergleich zu den rund 1000 Bäckereifilialen und Backshops, die in Chemnitz zu finden sind.

Aber Bäcker ist eben nicht gleich Bäcker und ein industriell hergestelltes Brot kann dem Vergleich mit einem richtig leckeren Bäckerbrot, dessen Duft das Wasser im Munde zusammenfließen lässt, nicht standhalten, weiß Wolfgang Meyer aus Erfahrung. Davon können sich die Chemnitzer am 13. Mai zum Brotmarkt der Bäckerinnung auf dem Rathausplatz überzeugen. Dies ist aber nur ein Höhepunkt im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten in diesem Jahr. Am 16. Mai gestaltet die Bäckerinnung gemeinsam mit ihren Zunft-Genossen aus anderen Gewerken einen Festumzug durch die Innenstadt, der am Theaterplatz endet. Hier bilden die zünftig gekleideten Bäcker, Fleischer, Schornsteinfeger, Zimmerer und viele andere mit ihren Innungsfahnen einen farbenprächtigen Rahmen für die zentrale Eröffnungsveranstaltung zur 10. Chemnitzer Museumsnacht. Vorbereitet wird außerdem eine Ausstellung zu 600 Jahren Chemnitzer  Bäckerinnung, die in der Innungskrankenkasse, Zschopauer Straße 190, zu sehen sein wird. Am 17. Mai ist Chemnitz Veranstaltungsort für den Landesinnungstag der Sächsischen Bäckerinnung.

 

 
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