Chemnitzer Land Mit beiden Füßen fest auf dem Boden
Mit beiden Füßen fest auf dem Boden Drucken E-Mail

Die gelernte Kfz-Mechanikerin Ines Springer genießt die Auszeiten in ihrem Garten, als Ausgleich zur politischen Arbeit, denn manchmal braucht sie wieder richtigen Dreck unter den Nägeln. Foto: Kristina NeukirchGLAUCHAU (Kristina Neukirch). „Die Beständigkeit des Ziels ist das Geheimnis des Erfolgs“, zieht Ines Springer das Fazit aus ihrem vollgepackten Berufsalltag. Als Selbständige, Mutter, Ehefrau, Stadträtin und Landtagsabgeordnete kennt sie die Probleme junger Mütter und Frauen, die tägliche Hochleistungen erbringen, um den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern.


Im Landtag bestimmt sie als eine von insgesamt nur elf Frauen ihrer Fraktion das politische Geschehen mit. Die Ursachen, warum der Frauenanteil prozentual niedrig ist, sieht sie nicht in mangelnder Fähigkeit, sondern in den Rahmenbedingungen, die den 25 bis 35-jährigen gut ausgebildeten Frauen geboten werden, um sich ordentlich zu angagieren. „Junge, arbeitende Mütter haben meistens ein schlechtes Gewissen, zu wenig Zeit für Kind und Haushalt zu haben, dabei lässt sich mit erweiterten Kita-Angeboten und etwas mehr Toleranz und Verständnis von Seiten der Arbeitgeber schon viel klären.“


So ging Ines Springer als Chefin ihres Ingenieurbüros jahrelang selbst mit gutem Beispiel voran, lies ihre Mitarbeiterinnen die Kinder mitbringen, um Engpässe, in beidseitigem Interesse, unproblematisch zu überbrücken. Als gelernte Kfz-Mechanikerin ist die 53-Jährige schon früh in eine Männerdomäne eingedrungen, empfand die Zusammenarbeit aber nie als Problem, denn am Ende des Tages zählte immer nur die Leistung eines jeden. „Während Frauen zu Lösung eines Problems geschickt mehrere Ansätze aufzeigen können, gehen Männer direkt darauf zu und zücken ihr Schwert“, lacht die verkehrspolitische Fraktionssprecherin verschmitzt über ihre gesammelten Beobachtungen und ist sich sicher, dass es letztendlich die Mischung macht.


Eine Herausforderung an das Zeitmanagement, bei dem ihre zwei Mitarbeiterinnen ihr viel abnehmen, ist es dennoch. Um ihrem politischen Aufgabenfeld, zu dem neben der Arbeit im Stadtrat auch die parlamentarische Gruppe Bahn sowie das Segment der Kleingärtner, Gartenbaubetriebe und Landschaftsgärtner gehören, gerecht zu werden, bedarf es einer hervorragenden Koordination, familiär und beruflich. „Mein Mann ist auch sehr aktiv im Beruf und dienstlich viel unterwegs, ohne gemeinsame Abstimmung und Zeit, die wir uns ausschließlich füreinander nehmen, gehts nicht“.


Die Powerfrau sieht sich als Schmiermittel im gesellschaftlichen Räderwerk, der es Spaß macht, die Gesamtmaschine mit am Laufen zu halten. Allerdings hatte auch sie Bedenken, ihre Tochter zu oft allein zu lassen, aber das wurde von der nun 32-jährigen Lebensmittelchemikerin und Mutter von zwei Kindern selbst widerlegt. „Manchmal bin ich auch bewusst blonde Frau und lasse Gespäche laufen, bis ich wieder mitreden kann und will“, verrät die mitten im Leben stehende Politikerin zum Schluss.


 
Facebook Twitter Delicious Google Bookmarks 
 


Wetter

Das Wetter heute
Das Wetter morgen