Chemnitzer Land Warum Blech nicht gleich Schrott ist
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Edgar Schilling genannt „Tuba-Eddie“, erklärte seinem jungen Publikum begeisternd, warum ohne Musik alles fad ist und nichts läuft. Foto: Kristina NeukirchWALDENBURG (Kristina Neukirch). „Um die Wahrheit zu sagen, höre ich zur Zeit am liebsten Lady Gaga, aber ich bin auch offen für andere Musikrichtungen“, erklärte der Siebenklässler Rocky Kramer, bevor er zusammen mit seinen Mitschülern den Blick auf die Aulabühne richtete.


Dort zeigten vier Blechblasmusiker der Robert Schumann Philharmonie Chemnitz, was sie auf dem musikalischen Kasten haben. Nach einem instrumentalen Auftakt, stellten sie am Freitagvormittag ihre Arbeitsmittel den Klassenstufen sechs und sieben der Franz-Mehring Mittelschule und dem Euro-Gymnasium Waldenburg anschaulich und unterhaltsam vor, indem sie die Jungen und Mädchen von Beginn an interaktiv einbanden. „So, jetzt fangen wir mal an“, zitierte Solotrompeter Conrad Wecke die Worte seines Musiklehrers vor 25 Jahren und forderte sein junges Publikum auf, die Lippen zum Schwingen zu bringen, was natürlich herzhaftes Gelächter auslöste.


So wurde ihnen jedoch leicht klar, warum Blechblasinstrumente Aerophone genannt werden, also mit Luft zu blasen sind. Den Titel ihrer Vorstellung „Blech ist nicht gleich Schrott“, dachte sich der Posaunist im Musikerquartett, Peter Berger aus: „Das ist so ein Schrott, sagen die Kinder meistens, wenn sie diese Insrumente hören, aber wie bei der Abwrackprämie die Autos nicht gleich Schrott sind, stehen hier materielle und individuelle Kleinwagen auf der Bühne. Wir als Blechbläser wollen die kindliche Begeisterung fördern und unterstützend ihr Interesse, ein Instrument zu lernen, wecken. Nicht jeder wird ein zweiter Mozart, aber die Freude am Musizieren zählt.“


Dass Kinder von klein auf mit klassischer Musik vetraut gemacht werden, ist ebenso das Hauptziel der Veranstaltungsiniziatoren, der Sächsischen Mozartgesellschaft e. V.: „Zu Mozarts 250. Geburtstag im Jahr 2006 entstand die Idee, junge Menschen in und um Waldenburg an klassische Musik heranzuführen. Ursprünglich als einmalige Aktion gedacht, wurde aufgrund des positiven Echos nun die 5. Mozart-Jugend-Woche von uns ausgerichtet, die diesmal unter der Schirmherrschaft vom sächsischen Staatsminister für Kultus, Roland Wöller stand“, resümiert Steffi Grigo vom Freundeskreis Waldenburg der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e. V. und freut sich, sämtlichen Kitas, Schülerinnen und Schülern an Grund-, Mittelschulen und Gymnasien, musikalisch auf den Geschmack gebracht zu haben.


Von der Orgel über den Werdegang eines Musicalstars, einem Alphornspiel und dem „Holzwurm der Oper“bis zu Joseph Heydn, der vom „Landei zum Weltstar“ wurde, bot der Verein mit diesem buntgemischten Programm in der ersten Märzwoche einen facettenreichen Einblick in die große Welt der Musik, ihren instrumentalen Schöpfungen und den Techniken, diese richtig spielen zu können. Die echoprämierte Lady Gaga begann mit vier Jahren, auf dem Klavier zu spielen, ganz klassisch, wie einst Wolfgang Amadeus Mozart...


 
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