Freiberg/Flöha Waldarbeit ist Leistungssport
Waldarbeit ist Leistungssport Drucken E-Mail

Zollten in Gelobtland den Forstarbeitern für ihren harten Job bei minus 12 Grad Celsius großen Respekt: Sachsens Staatsminister Frank Kupfer, Forstbezirk-Marienberg-Chef Ingo Reinhold und Sachsenforst-Geschäftsführer Hubertus Braun (v.li.n.re.). Zum Forstbezirk Marienberg gehören auch die Wälder zwischen Freiberg, Holzhau und Deutschneudorf. Foto: Steffen UlbrichtMARIENBERG-GELOBTLAND (Steffen Ulbricht). Der Gelobtländer Forst ist einer der romantischsten, dichtesten und längsten Waldgebiete Sachsens und zieht sich südöstlich von Marienberg bis zur böhmischen Grenze hin.


Er gehört zum Forstbezirk Marienberg, zu dessen 1.000-Quadratkilometer-Terrain mit 36.000 Hektar Waldfläche übrigens auch Freiberg und der gesamte Altkreis Brand-Erbisdorf zählen. Dieses Gebiet im echten "Dunkelwald" besuchte dieser Tage nun Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU), um sich ein Bild von der Winterwaldlage 2009/10 zu machen. Denn zu keiner anderen Zeit werden Forst und Wild gerade so beansprucht wie jetzt.


Darüberhinaus ist die kalte Jahreszeit wegen der größeren Wertschöpfung traditionell auch noch die Hauptsaison für den Holzeinschlag. Und so kreischten in der Nähe eines alten Bahnwärterhauses bei minus 12 Grad Celsius die Sägen, um einen Bestand von über 90-jährigen Fichten zu fällen, von den Ästen zu befreien und transportfähig zu machen. Und bald stapelten sich am Wegesrand jeweils 18 Meter lange Fichtenstämme, die schwere Vorlader-Technik aus dem Waldstück mit 40 Zentimeter Schneehöhe herausangelte. Dennoch muss auf Grund der Topographie gerade im Gelobtländer Forst immerhin zu 30 Prozent noch das Pferd zum Stämmerücken ran. Und natürlich erfordert die Arbeit der Waldarbeiter nach wie vor sehr viel Erfahrung, Enthusiasmus und Kraft.


"Waldarbeit ist Leistungssport" resümiert dazu Ingo Reinhold, Chef des Forstbezirks Marienberg. Sachsenforst-Geschäftsführer Hubertus Braun erinnerte in seiner Ansprache daran, "... dass im Staatsbetrieb Sachsenforst ja mehr Menschen arbeiten als in der Autobranche, ohne im Vergleich dazu je angemessen in den Schlagzeilen zu stehen. Allein in Sachsens landeseigenen Wäldern fallen jährlich etwa 1 Million Kubikmeter Holz an. Da braucht es schon gut ausgebaute Waldwege, die viele für eine Selbstverständlichkeit halten.


Im Jahre 2009 gab der Freistaat 5 Millionen Euro für den Wegebau aus und stellte dahingehend auch Gelder für private Waldbesitzer zur Verfügung. Dazu Frank Kupfer: "Gerade im Winter ist es wichtig, dass in Sachen Waldwege alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um Konflikte zwischen Waldbesitzern, Skiläufern, Spaziergängern und Wildtieren zu vermeiden." Landessportbund und Sachsenforst hätten so bereits eine Vereinbarung zur Durchführung der insgesamt etwa 250 sächsischen Skirennen getroffen, sodass die Wegenutzung als Loipe weiterhin kostenlos bleibt.


Im Beisein von Marienbergs OB Thomas Wittig, Sportfreunden des ATSV Gebirge-Gelobtland und Journalisten appellierte der Staatsminister, sich in den nächsten Wochen ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen zu bewegen: "Bei den derzeitigen Schnee- und Temperaturverhältnissen werden die Energiereserven der Wildtiere stark beansprucht. Das Bewegen abseits der Loipe versetzt die Tiere in Unruhe und in lebensgefährlichen Stress." Gerade im Gelobtländer Forst sind für den Skifreund ohnehin genügend Strecken ausgeschildert, bestehen am sogenannten "Nordischen Wintersportzentrum" (welch Titel!) am Rätzteich genügend Parkplätze. Zu erreichen ist das Skigebiet am besten über die bereits 2007 fertiggestellte, größtenteils von den Bürgern durchgesetzte, Marienberger Umgehungsstraße (gleichzeitig B 174).  


 
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