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BRAND-ERBISDORF (Steffen Ulbricht). "Mir ist es wichtig, mit den Menschen im Freistaat in engem Kontakt zu bleiben, ihre Anliegen zu kennen und ihnen zuzuhören. Ziel ist es, mir vor Ort ein Bild über die wirtschaftliche Lage und die
Perspektiven der Bürger zu verschaffen", so Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) im Vorfeld seiner inzwischen elften Reise durch den Landkreis am 15. Februar.
Sein Büro hatte dabei ein straffes Programm in fünf verschiedenen Orten des Großkreises Mittelsachsen ausgewählt. Den Auftakt bildete eine Visite in der Brand-Erbisdorfer Narva Lichtquellen GmbH & Co. KG - übrigens sein erster offizieller Besuch als Premier in der Bergstadt "uff`n Brand" überhaupt. Empfangen (und später begleitet) wurde Tillich am imposant-hohen Gebäude des Narva-Glaswerks von MdB Veronika Bellmann, MdL Gernot Krasselt, Landrat Volker Uhlig sowie Brand-Erbisdorfs OB Dr. Martin Antonow. Seitens der Narva GmbH & Co. KG - derzeit rund 330 Mitarbeiter - wurde der sächsische Staatschef durch die einzelnen Abteilungen von Tobias Köhler (Glaswerk), Dr. Wilfried Schaffrath (Fertigung), Udo Forberg (Lampen), Jürgen Meltke (Entwicklung) und dem neuen Geschäftsführer Dr. Roland Michal geführt und mit genauen Informationen versorgt.
Das Produktions- und Lieferprogramm von Narva umfasst u.a. die Herstellung von Leuchtstofflampen, Kompaktleuchtstofflampen, Glühlampen, Rohglaskolben, Halogenglühlampen und Sonnenkollektoren. Durch ein überlegtes Management, viel Hightech, umfassende Qualität und Flexibilität konnte 2009 mit der kompletten Belegschaft durch die Krise gegangen und der asiatischen Konkurrenz widerstanden werden. Im Moment hilft übrigens auch der durch die Griechenland-Krise stetig (zum US-Dollar) fallende Euro-Kurs, denn der Betrieb exportiert zu 60 und importiert zu 30 Prozent. Für die Zukunft kündigte Geschäftsführer Dr. Roland Michal zwei Millionen Euro Investitionen an.
Des Weiteren charakterisierte er seine Belegschaft "... als hochmotivierte Mitarbeiter, die zur Narva stehen" und ging auf seine Vorstellungen zum Erschließen neuer Geschäftsfelder unter den Credos "Licht zum Wohlfühlen", "Licht für Tiere" sowie "Licht & Tageszeit" ein. Seine Vision sei insgesamt, dass sich "Sachsen zur Heimat des Lichts" entwickeln möge, wohl auch eine moderne Anlehnung an die Sehnsucht der erzgebirgischen Bergleute nach Licht ...
Anschließend besuchte Stanislaw Tillich in Oederan die "Glückauf-Werkstatt" des Lebenshilfe Freiberg e.V. im Oederaner Gewerbegebiet und führte dort eine Gesprächsrunde durch. Der Lebenshilfeverein Freiberg e.V. war 1990 gegründet worden. Er arbeitet mit und für Menschen mit Behinderung, um diese umfassend in die Gesellschaft zu integrieren. Dies schließt die Förderung von Maßnahmen und das Betreiben von Einrichtungen ein, die eine wirksame Hilfe für Menschen mit Behinderungen aller Altersstufen und ihre Angehörigen erbringen.
Das Ziel der Einrichtung ist es deshalb auch, wirtschaftlich zu arbeiten und die Behinderten einzubeziehen. Derzeit arbeiten immerhin etwa 45 Unternehmen mit den Glückauf-Werkstätten in Langenau und Oederan zusammen. Zum Nachmittag bereiste Tillich noch die Agrargenossenschaft Pappendorf e.G., die Wepa Papierfabrik Sachsen GmbH in Kriebethal und die Kerateam GmbH & Co. KG in Leisnig.
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