Freiberg/Flöha Konferenz der "Repräsentanten"
Konferenz der "Repräsentanten" Drucken E-Mail

Kollege traf Kollegen: Freibergs wohl auffälligster Fremdenführer, der "Herold zu Freiberg" alias Thomas Bähr, nahm Teilnehmer des Gästeführerkongresses nach deren Führung im Dom St. Marien gern"in Empfang". Foto: St. UlbrichtFREIBERG (ULB). Unsere Universitätsstadt war letztes Wochenende "übersät" von denjenigen, die sonst mit Touristen durch die mittelalterlichen Freiberger Gassen pilgern und das Gesehene kommentieren - Fremdenführer.

Etwa 170 Delegierte des Bundesverbandes der Gästeführer in Deutschland (BVGD) kamen am Tagungsort Nikolaikirche vom 26. bis 28. Februar zu ihrer turnusmäßigen Jahreshauptversammlung zusammen. Das Event stand unter der Schirmherrschaft von Sachsens Finanzminister Prof. Georg Unland. Der 1. Beigeordnete Holger Reuter gab einen kleinen Empfang. Wohl zurecht, denn Fremdenführer sind insbesondere für Busreisegruppen meist der (Tages) "Repräsentant der Region".


Die Damen und Herren mit dem Schirm als Erkennungzeichen können mit ihrer Tätigkeit sehr viel für`s Image (bzw. umgekehrt) von Freiberg und Umgebung tun. Als die große Zeit der Fremdenführer in der Region gilt die zweite Hälfte der 90er Jahre, als der Osten hotelmäßig gewaltig nachgerüstet und sich Neugierige in Größenordnungen gerade aus dem Altbundesgebiet auf den Weg gemacht hatten. Der BVGD vertritt deutschlandweit mehr als 160 Organisationen mit rund 4.600 Gästeführern. Hauptanliegen des Verbandes war und ist die Schaffung eines bundesweit einheitlich hohen Qualitätsstandards für Führungen. Die dafür zertifizierte Ausbildungsnorm DIN EN 15595 war eines der Themen der Konferenz, wie auch die entsprechende EU-Gesetzgebung zum Thema Gästeführung.


Ausrichter der Jahreshauptsammlung war der Förderverein Gästeführer Tharandter Wald - Osterzgebirge e.V., welcher den entsprechenden Ausscheid 2008 in Merseburg gewonnen hatte. Der Verein mit 45 Mitgliedern, davon 18 aus Freiberg, vertritt den Großraum von Glashütte bis in den Marienberger Raum bzw. vom Wilsdruffer Land bis nach Olbernhau. In etwa ist es das Gebiet, das sich bei einer (vernünftigen) Kreisreform und einer Zusammenlegung der Gebiete von Freiberg, Dippoldiswalde und Marienberg ergeben hätte. Nach Worten des Vereinsvorsitzenden Rolf Mögel aus Spechtshausen gab es für die Konferenzorganisation bestmögliche Unterstützung durch den OB und seine Mitarbeiter, bzw. durch die Stadtmarketing Freiberg GmbH.


Als Gastgeber kamen die hiesigen Fremdenführer natürlich mit ihren Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet gern ins Gespräch und in den Erfahrungsaustausch. Themen wie "Wie gestalte ich meine eigene Homepage" oder "Arbeit als Reiseveranstalter" standen auf der Programmliste der Workshops. Zu den diskutierten Problemen gehörten z.B. Kundengewinnung und Mindesthonorare. Ein Teil der Tagungsteilnehmer nahm an einer Erkundungstour per Bus auf der Route Freiberg - Tharandter Wald - Weißeritzbahn - Uhrenmuseum Glashütte - Frauenstein - Freiberg teil. Großes Hallo gab es auch beim Dombesuch inklusive Orgelspiel am Freitag. "So eine schöne und wertvoll ausgestattete Kirche im protestantischen Sachsen habe ich überhaupt nicht erwartet", sagten z.B. Tagungsteilnehmer aus Köln und Koblenz einhellig.


 
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