Plauen/Auerbach Frust bei Enka und Neoplan
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Die Rohkarosserie-Produktion bei Neoplan soll nach Polen verlegt werden. Foto: MAN NutzfahrzeugeELSTERBERG/PLAUEN (Ingo Eckardt). Die Frustration steigt weiter.In Elsterberg ist der Siedepunkt nach Insolvenz des Enka-Werkes längst überschritten. Ein negatives Achtungszeichen gab es in der vorigen Woche auch aus Plauen zu vernehmen:


Die Rohkarosserie-Produktion bei Neoplan wird nach Polen verlegt – die Endmontage soll in Plauen verbleiben. In Elsterberg ist nun wohl auch die letzte Hoffnung auf einen Weiterbetrieb gestorben. Wie der Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Markus Winkler sagte, müsse man mit der traurigen Realität leben lernen, dass der Viskoseproduzent nicht fortgeführt werden kann.


Vertreter der Mitarbeiter werfen dem Insolvenzverwalter vor, sich nicht ausreichend für einen neuen, potenziellen Investor engagiert zu haben. Dieser Interessent, der weltweit agiert und gut 7.000 Mitarbeiter beschäftigt, habe sich nur für Umlauf- und Anlagevermögen interessiert, sagte der Insolvenzverwalter. Zudem seien die unterbreiteten Angebote zu niedrig gewesen. Einige der ehemaligen „Enkaner“ behaupten gar, der Insolvenzverwalter habe gar kein Interesse daran, das Unternehmen zu retten.


Ganz anders, aber trotzdem angespannt, ist die Lage bei Neoplan am Plauener Leuchtsmühlenweg. Das Jahr 2009 war das beste in der 20-jährigen Geschichte des Busproduzenten, der nun durch den MAN-Mutterkonzern einen Dämpfer erhielt. Eine in Plauen fehlende Tauchlackieranlage spreche für die Fertigung der Karosserie- Gerippe im über 700 Kilometer entfernten MAN-Werk in Polen. Die IG Metall sieht die Wirtschaftlichkeit dieser Lösung nicht. Stefan Kademann kritisiert, dass der MAN-Konzern die Bus-Karossen durch halb Europa karren lassen will, statt eine Tauchlackierung in Plauen zu bauen.


Die sechzig Mitarbeiter, die bislang die Rohbaufertigung bewerkstelligen, sollen nach Angaben des MANKonzerns anderweitig im Neoplan-Werk eingesetzt werden. Die Gewerkschaft befürchtet, dass dies der Beginn eines schleichenden Prozesses sei, der auch dem letzten verbliebenen Neoplan-Werk in der MAN-Gruppe die Existenz rauben könnte. Am Montag warnte die Gewerkschaft auch vor dem Werkstor vor dieser Gefahr.


 
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