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PLAUEN (Sven Gerbeth). Sein Leben währte nur zwei Jahre, drei Monate und 15 Tage: Am Dienstag starb in einer Klinik in Jena der am 28.März 2008 geborene Karsten. Jürgen S. (36), neuer Lebensgefährte von Karstens Mutter Sandra Sch. (31), befindet sich seither in Haft.
Noch lag schwüle Luft schwer über der Stadt Plauen. Wetterleuchten am Horizont kündete von aufziehenden Gewittern. Da hob weit nach Mitternacht in der Nacht zum Dienstag ein Hubschrauber vom Helios Vogtland-Klinikum in Plauen aus in Richtung Nordwesten ab. An Bord befand sich der kleine Karsten, gerade zwei Jahre alt, der kurz zuvor von Rettungssanitätern mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Kindesmutter Sandra Sch. (31) hatte selbst den Notarzt alarmiert.
Einen halben Tag später verstarb der Junge trotz aller ärztlichen Bemühungen in einer Spezialklinik in Jena. Vermutlich hatte der neue Lebensgefährte der Mutter, der 36-jährige Jürgen S., dem Kind in der gemeinsamen Wohnung in der Albin-Enders- Straße den Schädel eingeschlagen. Der Junge habe kläglich gewimmert, schilderte eine ältere Nachbarin ihre Erinnerungen an die Schreckensnacht. Zunächst war auch die Kindesmutter festgenommen, nach der polizeilichen Vernehmung aber wieder freigelassen worden. Sandra Sch. steht seit längerer Zeit unter Betreuung, verlautete am Donnerstag aus dem Landratsamt des Vogtlandkreises. Sie habe sich nach Erkenntnissen des Jugendund des Sozialamtes sowie nach Auskunft der Betreuerin jedoch stets sehr liebevoll um das Kind gekümmert.
Erst am 6. Juli sei bei einem Hausbesuch über die Vermittlung eines Platzes in einer integrativen Kindereinrichtung gesprochen worden, weil man bei Karsten Anzeichen auf Entwicklungsdefizite festgestellt hatte. Hinweise auf Misshandlungen oder Verletzungen habe es an diesem Tag nicht gegeben. Der jetzt inhaftierte S. nahm selbst an dem Gespräch teil. Nach Informationen des WOCHENSPIEGELs gab es allerdings Stimmen aus dem Freundeskreis von Sandra Sch., welche die junge Mutter vor dem neuen Freund warnten. Die Frau hatte die Wohnung in der Albin-Enders-Straße erst vor kurzer Zeit bezogen. Zuvor lebte sie mit einem anderen Partner in einer Wohnung im gleichen Stadtteil.
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