Zwickau/Werdau Verborgene Schumann-Unterlagen
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 Angelika Winter und Jürgen Schünzel haben Schumannmania vorbereitet und dabei das eine oder andere bisher unekannte Dokument entdeckt.Unter anderem haben sie den Kaufvertrag von Schumanns Vater August für das Haus in der Burggasse gefunden, das sie hie in den Händen halten. Foto: Frank DörfeltZWICKAU (Frank Dörfelt). Die Feierlichkeiten anlässlich des Schumann- Jahres zum 200. Geburtstag des Komponisten waren für die Mitarbeiter des Zwickauer Stadtarchivs Anlass, in ihren Beständen gezielt nach Zeugnissen des Lebens und Wirkens von Robert Schumann und seiner Familie sowie zur Pflege des Schumann-Erbes in Zwickau zu suchen.


Die Arbeit hat sich gelohnt. Zur „Schumanniana“ am kommenden Samstag können der Öffentlichkeit zahlreiche bisher weniger bekannte Dokumente präsentiert werden. Ab 10 Uhr stehen die Räume des Stadtarchivs für Besucher offen. Bei einem Vortrag mit anschließender Führung werden ausgewählte Archivalien zu dieser Thematik vorgestellt. Dazu gehören unter anderem der Kaufvertrag zwischen dem Vater Roberts, August Schumann, und Johanne Sidonie Weise über das Haus Nr. 550 in der Amtsgasse, das Jugendhaus Robert Schumanns, und das Testament von August Schumann aus dem Jahr 1826, in dem er seinen Sohn mit der Finanzierung eines dreijährigen Studiums und einem Wiener Flügel bedachte.


Außerdem sind Unterlagen zur Errichtung des Schumann-Denkmals in Zwickau zu sehen, dessen Weihe am 8. Juni 1901 erfolgte, sowie Dokumente zur Einrichtung des Robert-Schumann-Museums und vieles andere mehr. Bei Magazinführungen können die Besucher weitere Schätze des Stadtarchivs besichtigen, vor allem auch solche, die eines besonderen konservatorischen Schutzes bedürfen und deshalb nur selten in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Der Tag der Archive dient nicht nur dazu, wertvolle Archivalien zu präsentieren, gleichzeitig soll darauf aufmerksam gemacht werden, welche Bedeutung dem Schutz und der Bewahrung des schriftlichen Kulturgutes zukommt.


Besonders die Katastrophe von Köln heute genau vor einem Jahr mit dem Einsturz des Historischen Archivs, hat diese Notwendigkeit schmerzlich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückgerufen. Das Kölner Stadtarchiv, das als das bedeutendste Kommunalarchiv nördlich der Alpen gilt, hat in seinen Beständen nicht nur Zeugnisse aus über 1000 Jahren Kölner Stadtgeschichte. Vielmehr befinden sich darunter wertvolle mittelalterliche Handschriften und bedeutende Nachlässe wie der von Heinrich Böll. Ein großer Teil des mehr als 30 000 laufende Regalmeter umfassenden Archivguts lag nach dem Einsturz des Gebäudes unter den Trümmern in einem bis 20 Meter tiefen Einsturztrichter sowie in einem acht Meter hohen Schuttberg. Mithilfe zahlreicher Helfer aus dem In- und Ausland konnte inzwischen ein Großteil der Archivalien, oftmals nur als unförmige Klumpen, geborgen werden.


Von wertvollen Urkunden, Plänen, Rissen oder Fotos waren nur noch Fragmente übrig. Aber zahlreiche Dokumente waren auch nahezu unversehrt. Insgesamt wurde ein Drittel des Archivguts schwer geschädigt, die Bestände auseinandergerissen. Die Restaurierung und Zusammenführung der Kölner Archivbestände wird eine jahrzehntelange Arbeit erfordern, man rechnet dafür mit 6000 Personenjahren.

 
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