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ZWICKAU (FDF). Begeisterung am Dienstagabend im Zwickauer Stadtarchiv. Jürgen Schünzel, seit 20 Jahren Bibliothekar im Gedächtnis der Stadt, hielt einen 180 Jahre alten Aktenband in seinen Händen und glaubte seinen Augen nicht
zu trauen.
In den wenig genutzten Beständen aus den Überlieferungen des Stadtgerichtes hatte er einen von Robert Schumann handschriftlich verfassten Brief entdeckt. Am 15. Juni 1828, Schumann war da gerade 18 Jahre alt geworden und nach damaligem Recht noch nicht volljährig, schrieb er an seinen Vormund, den Zwickauer Kaufmann Johann Gottlob Rudel, ihm vom Erbe seines zwei Jahre zuvor verstorbenen Vaters August im Jahr 60 Taler für Miete und 25 Taler monatlich für den Lebensunterhalt auszuzahlen.
Zu dieser Zeit studierte Schumann in Leipzig Jura – allerdings nicht lange. Unter anderem beklagt er sich bei „Euer Wohlgeboren“, er hoffe, dass die 25 Taler ausreichen. „Wie in Leipzig das Geld doch so schnell fortgeht ...“, schreibt er. Schünzel hatte sich mit der Neugier und der Ausdauer, die sein Beruf mit sich bringt, aber auch konsequentem Hineindenken in die Struktur der städtischen Überlieferungen zum Fund durchgearbeitet.
„Da wo ein Testament von August Schumann vorliegt, konnte es durchaus ja auch sein, dass noch weitere Dokumente vorliegen, von dessen Frau oder den Brüdern Robert Schumanns“ , sagte er sich und behielt Recht. Das besondere an dem Schriftstück ist, dass der Brief vollständig aus Schumanns Hand stammt. Viele andere erhaltene Dokumente enthalten nur seine Unterschrift. Außerdem unterscheidet sich das Schreiben von der privaten Korrespondenz des Komponisten. „Der Brief zeigt etwas aus dem Alltagsleben Schumanns“, sagte die Direktorin des Stadtarchivs Silva Teichert.
Zu sehen ist das Dokument am Samstag, 06. März, zum Tag der Archive. Ab 10 Uhr findet im Museum ein Vortrag zu den Schumann- Unterlagen statt. Danach sind Magazinführungen geplant.
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