Klezmer-König mit neuem Projekt


              Giora Feidmann gibt auch mit 83 Jahren noch Konzerte - am 16. Januar in der Lutherkirche. Foto: G. Feidman
            Giora Feidmann gibt auch mit 83 Jahren noch Konzerte - am 16. Januar in der Lutherkirche. Foto: G. Feidman

Über einen möglichen Ruhestand nachzudenken, scheint für Giora Feidman, den 83-jährigen weltbekannten Klezmermusiker, nicht in Frage zu kommen. Er arbeitet mit verschiedenen Ensembles zusammen und entwickelt immer wieder neue Programme. Am 16. Januar um 20 Uhr ist er mit dem Projekt "Klezmer for Peace" in der Chemnitzer Lutherkirche zu Gast. Der Maestro schart dabei Musiker aus der Türkei und Israel um sich und überwindet mit seiner Musik erneut die Grenzen von Nationalitäten, Religionen und Generationen. Zusammen mit Gürkan Balkan an Gitarre und Oud sowie mit Muhittin Kemal Temel auf der türkischen Zither wird ein orientalischer Akzent gesetzt, dem Feidman mit seiner Klarinette sowie mit den israelischen Musikern Hila Ofek an der Harfe und Andre Tsirlin auf dem Saxophon die Musik der Klezmorin entgegensetzt.

Der Musiker Giora Feidmann wurde 1936 in Buenos Aires geboren und entstammt einer Familie von Klezmorim, deren Tradition er in der vierten Generation fortsetzt. Das Orchester des Teatro Colón in Buenos Aires nahm ihn mit 18 Jahren auf. Zwei Jahre später ging er als Bassklarinettist zum Israel Philharmonic Orchestra, dem er 18 Jahre lang angehörte. Anfang der 1970er begann er seine Solokarriere als Klezmer-Musiker und zog nach New York. Heute fühle er sich in den großen Konzerthallen der Welt ebenso zu Hause wie in kleinen Sälen - und eben immer wieder auch in Kirchen, sagt er. Als seine Heimat bezeichnet er Deutschland. "Da gibt es überhaupt keine Frage. Ja, ja, ja - ich bin Jude, aber wenn ich spiele, bin ich Musiker", so Feidmann. Er verstehe sich als Brückenbauer zwischen Kulturen und Religionen und wurde für sein Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Internationalen Brückepreis für Völkerverständigung ausgezeichnet. hfn

 
erschienen am 11.01.2019
© Verlag Anzeigenblätter GmbH Chemnitz
 


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