Unentdeckte Nachbarn

Gastspiel Am 1. November beginnt bundesweites Theatertreffen

Fünf Jahre nach der Aufdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds sind nach wie vor viele Fragen offen. Bundesweit haben Theater die aktuelle Debatte um rechten Terror, aber auch um Migration und Flucht aufgegriffen. Vom 1. bis zum 11. November findet in diesem Zusammenhang das Theatertreffen "Unentdeckte Nachbarn" in Chemnitz statt. Präsentiert werden dabei verschiedene Inszenierungen, die die kaum sichtbare Perspektive der Betroffenen des NSU in den Vordergrund stellen.

Eröffnet wird das Theatertreffen am 1. November um 19.30 Uhr im Schauspielhaus mit einem Gastspiel des Schauspiels Köln. Im Stück "Die Lücke" von Nuran David Calis steht die Kölner Keupstraße im Fokus. Zwölf Jahre ist es mittlerweile her, dass dort eine auf einem Fahrrad montierte Nagelbombe 18 Menschen zum Teil schwer verletzte und zahlreiche Geschäfte zerstörte. Verübt wurde der Anschlag, wie sich 2011 herausstellte, vom rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund. In der Keupstraße in Köln hat der Autor, Regisseur und Filmemacher Nuran David Calis ein Jahr lang immer wieder Anwohner und Geschäftsleute getroffen und sie gefragt, wie sie den Anschlag und die Zeit danach erlebt haben. So entsteht ein Bild der Keupstraße aus der Sicht der Menschen, die dort leben. Und es wird erzählt von ihnen selbst. Denn Anwohner und Geschäftsleute stehen gemeinsam mit Schauspielern auf der Bühne.

 
erschienen am 28.10.2016 (hfn)
© Verlag Anzeigenblätter GmbH Chemnitz
 


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