Zeitlose Parabel über das Glück


              "Pique Dame" kehrt auf die Chemnitzer Bühne zurück. Foto: Theater
            "Pique Dame" kehrt auf die Chemnitzer Bühne zurück. Foto: Theater

In der Oper "Pique Dame" der Theater Chemnitz erwartet die Besucher am 13. Januar um 19 Uhr eine große Stilvielfalt - vom einfachen Volkslied über bewegende Arien, geisterhafte Chöre bis hin zu dramatischen Ensembles und Szenen. Im Fokus steht eine alte Gräfin mit einem Geheimnis: Im Spiel hoch verschuldet, schenkte sie einst dem sagenumwobenen Grafen St. Germain eine Liebesnacht, für das Wissen, mit welchen drei Karten man im Pharo-Spiel immer gewinnt. Seitdem trägt sie den Spitznamen "Pique Dame".

Was im ersten Moment wie eine Glücksspieltragödie aus dem zaristischen Russland aussieht, ist eine zeitlose Parabel um die ewig alte Frage, ob und wie das Glück zu bannen, zu berechnen, zu zwingen sei. Wie viele Opern der russischen Romantik geht auch "Pique Dame" auf eine Vorlage Alexander Puschkins zurück. Tschaikowsky lebte aber in einer anderen Zeit als Puschkin. Armut und Arbeitslosigkeit brachte die Industrialisierung mit sich, so dass die Petersburger Theaterleitung vorschlug, die Handlung um einige Jahrzehnte zurückzuverlegen - in die Regierungszeit Katharina der Großen. Diese Zeit wurde in Russland mit Kunst und Kultur verklärt.

"Regisseurin Helen Malkowsky und ihr Team mit Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fokussieren in der Chemnitzer Neuinszenierung die fast wie Fieber anmutende subjektive Wahrnehmung des Protagonisten Hermann, in der Gewissensnöte, Begierde, Geistererscheinungen und Minderwertigkeitskomplexe eine leidenschaftliche Mesalliance eingehen - mit tödlichem Ausgang", so die Theater Chemnitz. hfn

 
erschienen am 12.01.2018
© Verlag Anzeigenblätter GmbH Chemnitz
 


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