Im Stadtbad geht es heiß her: Fünf Heimspiele im Hexenkessel


              Auf gut besetzte Tribünen hoffen die SVV-Verantwortlichen nicht nicht nur am Samstag gegen Potsdam. Bis Ende März stehen fünf Heimspiele im Stadtbad an. Fotos: C. S.
            Auf gut besetzte Tribünen hoffen die SVV-Verantwortlichen nicht nicht nur am Samstag gegen Potsdam. Bis Ende März stehen fünf Heimspiele im Stadtbad an. Fotos: C. S.

Die Erstliga-Wasserballer des SVV Plauen nehmen ab Samstag, 12. Januar, die zweite und entscheidende Halbserie in Angriff - gut erholt und optimistisch. Heimspiele des SVV Plauen hatten bisher in dieser Saison absoluten Seltenheitswert. Aber das ändert sich zum Glück: Nur zwei Mal durften sich die Mannen um Kapitän Alexander Fritzsch ihren Fans präsentieren. Und Letztere haben ihr Kommen mit Sicherheit nicht bereut. Gegen Mitaufsteiger Duisburger SV gab es einen souveränen 14:7-Erfolg und auch bei der 9:14-Niederlage gegen Meister Waspo Hannover waren nach dem Abpfiff stehende Ovationen der Zuschauer angesagt - nach der vielleicht besten Saisonleistung.

Gute Vorzeichen

für die RückrundeGute Vorzeichen für die zweite Halbserie, in der SVV gleich fünf Mal im eigenen Schwimmbecken ran darf. Dass es die Schützlinge von Trainer Jörg Neubauer aber auch in der Fremde können, bewies das Team mit dem 11:6 bei der SG Neukölln. Mit zwei Siegen und fünf Niederlagen ist der SVV derzeit Tabellensechster, liegt somit im Kampf um den Klassenerhalt im Plan. "Praktisch ist alles so eingetroffen, wie wir es vor der Spielzeit gedacht hatten. Jedes Spiel ist eine Herausforderung", so Neubauer. Am Saisonziel gibt es deshalb auch keine Abstriche - Platz sechs soll es sein.

Mit dabei helfen soll ab sofort auch Richard Nagy. Der Ungar wurde in der kurzen Weihnachtspause verpflichtet. "Er passt nicht nur menschlich zu uns - sondern auch sportlich. Richard ist flexibel einsetzbar, verfügt über schnelle Beine, Spielwitz, einen guten Schuss und ist außerdem kreativ", so Neubauer über den Neuzugang, der am Dienstag seinen 27. Geburtstag feierte. Seit dem Trainingsauftakt am 3. Januar weilt Nagy in Plauen, doch bereits in der Woche vor Weihnachten wurde er eine Woche lang auf Herz und Nieren getestet - und für gut gefunden. Die Freigabe des ungarischen Verbands liege vor. "Wir sind daher guter Hoffnung, dass Richard am Samstag eingesetzt werden kann. Er wird auf jeden Fall eine Bereicherung für unser Spiel sein", ist sich Neubauer sicher.

In den jüngsten Partien vor Weihnachten lief es beim SVV zuletzt nicht wirklich rund - in Esslingen und in den beiden Duellen (Meisterschaft und Pokal) in Potsdam machte sich Plauen durch Undiszipliniertheiten das Leben schwer - zum Unwillen von Trainer Neubauer, der das auch deutlich ansprach."Das hat mich schon etwas überrascht. Unsere Stärke muss die mannschaftliche Geschlossenheit sein. Das darf es nicht sein, dass Leistungsträger Spiele vorzeitig abschenken", so Neubauer. Das hätten die Betroffenen eingesehen und somit soll das im wahrsten Sinne des Wortes Schnee von gestern sein.

OSC Potsdam kommt

nach PlauenDie Chance zur Besserung hat der SVV Plauen bereits am morgigen Samstag. Dann kommt es ab 18 Uhr innerhalb kürzester Zeit zum dritten Aufeinandertreffen mit dem OSC Potsdam. Die Brandenburger nehmen so eine Art Zwitterstellung in der Liga ein. An die "großen drei" (Waspo Hannover, Wasserfreunde Spandau 04, ASC Duisburg) reichen sie nicht heran. Allerdings ist der OSC stärker einzuschätzen als das restliche Quartett der Liga, zu dem auch der SVV Plauen zählt. Dass die Brandenburger allerdings nicht übermächtig - sprich unschlagbar - sind, zeigt das Unentschieden in der Vorbereitung - und bei der jüngsten Auswärtsniederlage befanden auch beide Teams vor dem letzten Viertel noch auf Augenhöhe. An einem guten Tag ist für die Spitzenstädter also vieles möglich - vor allem mit dem heimischen Fans im Rücken. Und am Samstag soll ein solcher sein. Was muss passieren, damit es mit der Überraschung klappt?

"Einfache Fehler vermeiden, die Potsdam sofort bestraft", so Neubauer. Das habe am Samstag die zweistündige Videoanalyse ergeben. "Wir haben in den zwei Duellen zu viele Kontertore und zu viele Treffer von den Centern bekommen", so der SVV-Trainer.

Eine gute Nachricht: SVV-Center Christian Schubert ist nach seinem Jochbeinbruch wieder ins Training eingestiegen und hat bereits Testspiele bestritten. "Seine Verletzung hemmt ihn nicht mehr", so Neubauer. Möglicherweise wird Schubert daher bereits am Samstag gegen Potsdam mitmischen. Fragezeichen gibt es hingegen bei den Gästen, dahingehend, ob drei U23-Nationalspieler mitwirken. Die spielen zwar eigentlich für die Wasserfreunde Spandau 04, besitzen aber ein Zweitspielrecht für den OSC - und das, obwohl beide Teams in der selben Liga spielen. Sei es drum: "Auch ohne das Trio verfügt Potsdam über eine starke Mannschaft", so Neubauer.

Plauener setzen auf

ihren NachwuchsBemerkenswert: Auch nach dem Aufstieg in die PRO A der Deutschen Wasserball Liga (DWL) setzen die Plauener auf den Nachwuchs. Laurence Bolman und Maximilian Kaminke zählen zum Stammkader, aber auch Laurence Brandt und Max Beuchert waren bereits mit von der Partie. Letzterer wird auch gegen Potsdam mit dabei sein. Gleiches gilt womöglich auch für U18-Torhüter Johann Gruber, denn der bisherige SVV-Ersatzkeeper Huba Kazsimer, der hauptsächlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, wird künftig für einen Verein in Frankreich spielen.

Die Wasserballer des SVV Plauen erfreuen sich auch überregionaler medialer Aufmerksamkeit: Zum wiederholten Male wird am Samstagabend ein TV-Team des MDR vor Ort sein. Der Bericht soll am Montagabend im Sachsenspiegel ausgestrahlt werden. Mario Wild

Die nächsten Heimspiele 12. Januar: 18 Uhr

OSC Potsdam

26. Januar: 18 Uhr

Wasserfreunde Spandau 04

23. Februar: 18 Uhr

ASC Duisburg

März: 18 Uhr

SG Neukölln

30. März: 16 Uhr

SSV Esslingen

 
erschienen am 11.01.2019
© Verlag Anzeigenblätter GmbH Chemnitz
 


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