Spitzenstädter feiern Rekordsaison mit Wehmut


              Die Mannen um Kapitän Alexander Fritzsch sind das fünftbeste Team des Landes - treten in der kommenden Spielzeit aber in der 2. Liga an. Foto: Mario Wild
            Die Mannen um Kapitän Alexander Fritzsch sind das fünftbeste Team des Landes - treten in der kommenden Spielzeit aber in der 2. Liga an. Foto: Mario Wild

Wenn es am schönsten ist, dann soll man gehen. Dieses Motto trifft (leider) auch auf die Wasserballer des SVV Plauen zu. Die Spitzenstädter treten in der kommenden Spielzeit in der 2. Liga an - nach ihrer besten DWL-Saison der Vereinsgeschichte: So gut waren die SVV-Wasserballer noch nie. Durch zwei Siege gegen Esslingen sicherten sich die Schützlinge von Trainer Jörg Neubauer Rang fünf in der DWL. Das wurde natürlich gebührend gefeiert - nicht nur mit Wasser, sondern auch mit dem hochprozentigen ungarischen Nationalgetränk Palinka. Dafür gab es auch allen Grund - leider nicht nur erfreulichen. Und auch bei Wehmut ist Alkohol bekanntlich mitunter ein Trostspender. Denn eines steht bereits fest - ihre Platzierung werden die Plauener Wasserballer in der kommenden Spielzeit nicht verteidigen können. Vor einigen Wochen wurde der Rückzug aus der Deutschen Wasserball Liga (DWL) be- kanntgegeben. "Wir wollten die finanzielle Stabilität des Gesamtvereins nicht gefährden", nennt SVV-Präsident Ralf Bräunel den Hauptgrund.

Bereits in der Sommerpause 2018 überlegten die Verantwortlichen, ob sie nach dem geschafften Aufstieg in der DWL-A-Gruppe antreten. Die Antwort lautete "ja". Sportlich die absolut richtige Entscheidung, wie der fünfte Platz beweist. Und das mit einem ausgesprochen kleinen Kader. Investitionen wären in der Sommerpause nötig gewesen, zumal der Abgang zweier Akteure auf Schlüsselpositionen schon länger feststand. Torhüter Gianmarco Serio verlässt nach dem Abitur studienbedingt die Spitzenstadt. Center Akos Parkanyi geht zurück in seine ungarische Heimat.

Priorität beim SVV hat die finanzielle Stabilität des Gesamtvereins. Und der "besteht nunmal aus mehr als den Erstliga-Wasserballern", so Bräunel, der den Verein seit 20 Jahren führt. Dass der Rückzug schwer gefallen ist, versteht sich von selbst. Doch Bräunel kann mittlerweile gut damit leben. "Wenn eine Entscheidung gefallen ist, dann müssen wir und werden auch dazu stehen", betont der Vereinschef.

Viele Sponsoren hätten signalisiert, den Weg in die 2. Liga mitzugehen, auch wenn die Gegner dann nicht mehr Spandau, Hannover oder Duisburg, sondern Chemnitz, Zwickau oder Dresden heißen. Auch Derbys haben bekanntlich ihren Reiz - nicht zuletzt deshalb geht Bräunel davon aus, dass es auch künftig stattliche Kulissen bei den Heimspielen geben wird.

Das neue Team des SVV wird sich aus Akteuren des bisherigen Zweitliga-Teams, der U18-Mannschaft und dem einen oder anderen Spieler des bisherigen DWL-Teams zusammensetzen. Priorität habe dabei die Nachwuchsarbeit. "Wir wollen uns die entsprechende Basis schaffen", so Bräunel. Deshalb habe ein sofortiger Wiederaufstieg auch keine Priorität. Sollte es dennoch klappen, werde rechtzeitig darüber nachgedacht.

Kaum zu glauben, aber wahr: Eine "Institution" wird kommende Saison aber nicht mehr am Beckenrand stehen - Jörg Neubauer. Er wird sich zwar weiter für seinen Verein engagieren, das Traineramt aber nicht mehr ausüben. Was seine Nachfolge anbetrifft, laufen derzeit die Gespräche. "Es wird eine interne Lösung geben", so Bräunel. Der Vollständigkeit halber sei es erwähnt: Als DWL-Tabellenfünfter hätte der SVV Plauen übrigens das Recht, kommende Spielzeit im Europapokal anzutreten. Das wird der Verein aber aus finanziellen und sportlichen Gründen nicht wahrnehmen.

Volle Konzentration auf den Liga-Alltag ist ab dem Herbst ange- sagt. Und wer weiß: Vielleicht heißt es ja schon bald wieder: "Hallo DWL, da sind wir wieder!" Da würde sich der Rest von Wasserball-Deutschland mit Sicherheit freuen. Denn mit dem Rückzug des SVV verliert die DWL den Spitzenreiter in Sachen Zuschauer. mw

 
erschienen am 24.05.2019
© Verlag Anzeigenblätter GmbH Chemnitz
 


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